Twitter-Monitoring: Twitter Analytik schlägt SumAll

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Der Analytik-Dienst SumAll erfreut sich in den letzten Monaten immer größerer Beliebtheit. Auch in meiner Timeline lese ich regelmäßig die Wochenberichte einiger Accounts, denen ich folge. Das sieht dann beispielsweise so aus:

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Gewaltige Zahlen. Aber wie verlässlich sind diese? Spätestens mit Blick auf die Zahlen meines PES-Blogs prorevo bin ich misstrauisch geworden und habe mich entschlossen, die Daten von SumAll einmal denen von Twitter Analytik gegenüberzustellen.

Als Betrachtungszeitraum habe ich mir drei Tage Anfang November ausgesucht, in denen prorevo auf Twitter besonders im Fokus stand. In diesen drei Tagen haben wir eine Reihe von Gameplay-Videos zum finalen Code von PES 2015, das zu dem Zeitpunkt noch nicht im Handel war, veröffentlicht und dazu 28 Tweets verfasst.

SumAll
Twitter Analytik

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SumAll gibt bei 155 Retweets eine Retweet-Reach von 404.500 an. Diese Kennzahl beschreibt SumAll als „total number of people who potentially saw you retweeted tweet“. Es ist ist eine schlichte Hochrechnung der Multiplikatoren des Tweets und deren Followerschaft. SumAll geht bei seinen Zahlen vom optimalsten Fall aus. Nämlich dass alle Follower der Accounts, die einen Tweet retweeten, diesen RT auch lesen. Führt man das Berechnungsprinzip von SumAll konsequent weiter, dann kommt bei 28 Tweets (ohne Antworten) und 2.928 prorevo-Followern zu der RT-Reach noch einmal eine eigene mögliche Reichweite von knapp 82.000 hinzu. Im Betrachtungszeitraum läge das Potential also bei rund 486.500 Impressions.

Wie weit diese Zahl von der Realität entfernt ist, zeigt ein Blick in die hauseigene Statisitiken von Twitter. Hier werden für alle 28 Tweets insgesamt 75.188 Impressions ausgewiesen. Dies entspricht rund 15,5 Prozent des von SumAll prognostizierten Potentials. Der geringe Wert liegt an der heutigen Dynamik der Twitter-Timeline. Im Durchschnitt folgt ein Twitter-User mehr als hundert anderen Accounts (Quelle: beevolve). Ältere Tweets werden somit immer schneller durchgereicht. Die Halbwertszeit eines Tweets beträgt dabei rund 24 Minuten – d.h. die Hälfte der User, die einen Tweet jemals lesen werden, tut dies in den ersten 24 Minuten, in denen er online ist (Quelle: wisemetrics).

In Reportings davon auszugehen, dass ein Tweet seine komplette potentielle Reichweite ausschöpfen kann, ist also völlig unrealisitisch. Für mich sind die Daten, die ich über SumAll gewinne daher nur sehr bedingt hilfreich. Die einzige Funktion, die ich tatsächlich schätze, ist die Anzeige der Multiplikatoren. Ansonsten ist Twitter Analytik die erste Adresse und besticht vor allem auf der Ebene einzelner Tweets durch detailierte Performance-Angaben. Hier lassen sich beispielsweise die Klickraten verschiedener Call-to-Actions oder unterschiedlich aufgebauter Vorschaubilder exakt analysieren.

SumAll
Twitter Analytik

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Marvin Ronsdorf
Marvin Ronsdorf
Marvin, 26 aus Berlin. Ausgestattet mit einer Leidenschaft für Social Media berate ich Sportler und Unternehmen in digitalen Strategien. Ich blogge und twittere (@Marvin_Ronsdorf) über Sport und Digitales - oft in Kombination. Ich konzipiere digitale Strategien und meine persönliche Leidenschaft gilt dabei der Herausforderung, Events und das Livegeschehen einer Sportveranstaltung digital erlebbar zu machen.
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